Bedrängt – ja
bedrückt – vielleicht
besiegt – nein!

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Unser Lebensradius wird mit jeder Schutzmaßnahme enger. Immer mehr Aktivitäten sind nun für eine gewisse Zeit eingeschränkt. Ja, dann kann schon so ein Gefühl von Bedrängnis in einem Menschen hochkommen. Denn es geht ja nicht nur darum, etwas nicht mehr tun zu können. Auch unsere Selbstbestimmung, unsere Autonomie wird in ihrem Aktionsradius eingeschränkt.

Schaut man sich dieser Tage Nachrichten an, dann bleibt man angesichts des Gesehenen oft bedrückt zurück. Alles ist schwer und so wenig voller Hoffnung.

In all dem, was wir gerade erleben, passen die Psalmen mit ihren Mut machenden Worten so gut rein. So auch Psalm 31,8-9. David ist sich sicher, dass Gott seine Situation sieht und um seine Not weiß. Auch verschweigt David hier nicht, dass es seiner Seele nicht gut geht. Denn natürlich haben die Umstände eine Auswirkung auf unsere Seele und auf unser Wohlbefinden. Ich finde es faszinierend, wie David dennoch den Vers 8 beginnt. Er redet zuerst von der Güte Gottes. Obwohl er in Bedrängnis ist und sich nicht gut fühlt, lobt er Gott für seine Eigenschaft der Güte. David hat schon in Psalm 23 von dieser Güte Gottes, welche nie aufhört, gesprochen. Dort schreibt er, dass diese Güte bleiben wird, bis er bei seinem Vater sein wird. In Psalm 21,8 ist für den Psalmschreiber die Güte des Herrn der Grund, warum er nicht wankt, ihn nicht der Mut verlässt. So mächtig ist die Güte des Herrn, so tiefgreifend und die Seele stärkend.

Das Wissen um diese Güte Gottes (Wohlwollen, Nachsicht, Milde, Freundlichkeit) ist das, was – so David – seinen Füßen einen weiten Raum gibt. Äußerlich bedrängt und beängstigt, aber innerlich wissend um die Güte Gottes, ist das, was Weite schafft. Was uns hilft, den Blick zu heben, und nicht den äußeren Umständen die Macht gibt, uns das Wissen um die Macht und Wirkung unseres Gottes zu nehmen. In ihm liegt der weiteste Raum, den man sich überhaupt vorstellen kann, gefüllt mit grenzenloser Güte, grenzenloser Liebe, grenzenloser Fürsorge, Gnade und Erbarmen. Diesen weiten Raum, den wir erforschen und begehen dürfen, bleibt für immer bestehen. Es ist das Vorrecht der Kinder Gottes, sich in diesem Raum zuhause fühlen zu dürfen.

Tritt ein in diesen Raum der Güte und der Hoffnung und erfahre die Güte Gottes für deine Lebenssituation, in der du stehst. Wir sind bedrängt und bedrückt, aber nicht besiegt, denn wir haben den Raum der Weite, in den uns Gott gestellt hat, und er hat uns mit allem, was wir brauchen, versorgt!

Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

Unter dem Titel MuM’s – Mutmachende M’s – schreibt unsere Pastorin Ana Kadira jeden Montag und Mittwoch mutmachende Texte, die uns durch die Corona-Zeit helfen.